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Rock ‘n Roll! Das war T.o.R. im Dezember 2013

yasmo

Was sonst eigne sich besser zum Jahresbeginn, als reinen Tisch zu machen und verschämt ein Geständnis abzuliefern: wie bereits in Vergangenheit passiert, hat der ansonsten tadellos werkende Nachberichtsschreiber unserer Lesebühne, die aufgrund ihres aus Ennui gespeisten Stilbewusstseins Jim Jarmusch das Giftgrün blanken Neides in die Augen zu zaubern vermag, seine Notizen irgendwo in Innsbruck verloren oder in Wien verkauft, oder, wahrscheinlicher, im dazwischen liegenden Tiroler Unterland verbrannt, in einer Gegend also, welche ob der Krautinger-induzierten und als Brauchtumspflege getarnten, feiertäglichen Ausschweifungen (die, wie fleissige Komparatisten längst wissen, nicht wenig leisteten, um J.R.R. Tolkien die Inspiration zu Mordor zu verschaffen) per definitionem dazu geeignet ist, schüchterne Dichter, Manuskripte wie Nachberichtsnotate unterm Arm geklemmt, in einen alpinen Bewusstseinslooping a la Evel-Knievel-Acidaction zu stürzen, der Hunter S. Thompson zur Ehr gereichen würde und gebrochene Herzen, zerborstene Fenster, sowie mehrere aufgebrachte Schützenverbände inkludierte, was weniger in Euro, als vielmehr mit Erinnerungsvermögen bezahlt wurde. Aus dem stroboskoppulsenden Wahnsinn, in welchen die Lesebühne-Afterparty, die Vorweihnachtszeit, Weihnachtsfeiertage sowie Vorsilvester und Silvester höchtspersönlich versanken, lassen sich nur wenige Tatsachen retten: Am 12. Dezember im Moustache trug Robert Prosser ein Gedicht zu Adam und Eva vor, brachte Martin Fritz die Ausschreibung für die Super-Lesebühnen-Praktikantin zu Gehör, las Stefan Abermann einen mit Songtiteln gespickten Text und ja, Markus Koschuh war auch da. Einige Fakten allerdings stehen frag- und zweifellos fest: Yasmo, Yasmin Hafedh und Miss Lead sorgten a) für einen großartigen Abend, welcher b) vor einer enthusiastischen, unzählbaren und das Moustache bis auf den letzten Zentimeter besetzenden Menge bejubelt und befeiert wurde, die wiederum c) nur ein Wort mehr aus dem Munde der Trinität des Spoken-Words gebraucht hätte, um vollends in einer Orgie der Sinnesräusche zu schlittern, so wie d) Uschi Obermayr beim Anblick von Keith Richards. 2014 kann nicht besser oder ausschweifender werden. Allerhöchstens gesünder.

yasmo

Das war T.o.R. im Feber mit Yasmin Hafedh und Philipp Schlögl

Yasmin Hafedh
Yasmin Hafedh

Schlögl
Philipp Schlögl

Gleich zwei Fotos eröffnen den Nachbericht vom zweiten T.o.R. im Jahr 2011, das kann kein Zufall sein, sondern ist beinharte Absicht und Intention, denn wir hatten auch zwei Gäste, deren Namen als Bildunterschriften oben unten den Lichtbildern stehen, aber Wiederholung ist die Mutter des Begreifens, also für alle sinnerfassend Lesenden: Yasmin Hafedh und Philipp Schlögl aus Wien waren zu Gast im Februar. Intention ist im Übrigen immer zu unterstellen, so lange es um menschliche Dinge geht, auch wenn dieser Satz weder auf Ebene der Kohärenz noch der Kohäsion viel mit den anderen Sätzen im diesem Absatz zu tun hat.

Die anwesenden Stamm-T.o.R.en Stefan “Easton” Abermann und Martin Fritz haben damit wie mit sehr vielen Dingen hingegen sehr viel zu tun und so geleiteten sie das werte Publikum behutsam mit ihren Texten in eine Welt des Horrors, der Biene, der schwarzen Pädagogik und Thomas Bernhards, dessen Jubiläum überhaupt den Abend dominierte wie Kren eine gute Brotzeit. Denn auch Philipp Schlögl verneigte sich naturgemäß mit der allergrößten Demut und Anmut vor dem Meister mit u.a. einer Weltanklage und einem Crossover aus Vietnamkriegsfilm und Leibeserziehungslehrerhommage, während sich Yasmin Hafedh u.a. naturgemäß mit der allergrößten Formvollendetheit bei ihrem Dieb bedankte und sich mit schleimigen, blutbedeckten Körpern auseinandersetzte, nicht?

bis zum nächsten ma am 10.3. mit christian futscherl

Noch viele Stunden ließe sich so plaudern von einem denkwürdigem T.o.R.-Abend im Moustache, von dem es noch mehr Fotos naturgemäß auch gibt, aber das interessiert die Generation ADHS naturgemäß nicht, also weisen wir nur noch geschwind hin auf unser mit der allergrößten Hingabe vorbereitetes nächstes T.o.R. am 10.03.2011 um 20:00 Uhr im Moustache, bei dem uns Christian Futscher, der naturgemäß von der allergrößten Erlesenheit ist, besuchen wird, nicht?