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Sennhunde und Darmbeschwerden: Das war T.o.R im Jänner!

christoph simon

Vorweg: Es geschah ein Missgeschick, der ansonsten äußerst kompetente Verfasser der allmonatlichen Nachberichte zum Tiroler Wetten Dass!? Äquivalent Text ohne Reiter, der auf dem Bühnensofa sitzend fleißig Notate des Geschehens anfertigt, um die Performanz, wie’s so schön zackig genannt wird, für die Nachwelt in die Cloud zu meißeln, hat seine bekritzelten Zettel verloren, vermutlich in irgendeinem Bahnhof oder Flughafen, aber was ist in einer Welt globalen Informations- und Menschenstromes auch andres zu erwarten als der Verlust sämtlicher Medien, die sich des Papiers und der Schrift bedienen. Es folgt nun also eine Fortsetzung des Lesebühnenberichts mit andren Mitteln, nämlich ganz aufs Gedächtnis vertrauend, und selbst wenn bereits eine Woche vergangen ist und unsre Kurzzeitrealitätenspeicher dank Werbung, Internetporno und dem vielen Skyrim-Zocken längst durchlöchert sind, eines steht außer Diskussion: Auf ewig wird im Kopf des braven Berichterstatters das Auftreten unsres Schweizer Ehrengastes Christoph Simon eingebrannt als imaginärer Schatz verwahrt liegen, die Goldreserven sämtlicher Berner Banken können diesen Autor nicht aufwiegen, der von den Ufern der lieblichen Würst gekommen unter anderem vom Drang der Dichter, die schöne Buchhändlerin zu freien, las und ruhig, beinah eiskalt in der Art eines Senn- oder Bernhardinerhundes, der den in Lawinen Verschütteten aus einem Fässchen Schnaps reicht, servierte Simon dem staunenden Publikum knifflige Fragen, die es ans epiphanische Zen-Licht der Erkenntnis zu holen vermochten, etwa: Warum gehen wir in den Himmel ein, aber zur Hölle fahren wir?

Markus Koschuh las definitiv einen Text, in dem er endlich einmal die Verdienste Prossers um die Lesebühne in den Vordergrund stellte, hat dieser zwar nicht die Krautingerschnapsbrenner-Innung der Wildschönau zum Sponsoring überreden können, aber immerhin Red Bull, weshalb ab nächstem Mal ein Zuchtbulle zum Zwecke adrenalingesteuerten Marketings rund die Hälfte unsres Auftrittsortes in Anspruch nehmen wird. Später folgte entweder ein Text zu Koschuh’s Neujahrsvorsätzen, oder aber – des Berichterstatters Gedächtnis schwankt – über erotische Phantasien, die sich um die Tiroler Kultur-Landesrätin Beate Palfrader drehten und in einer Orgie mündeten, in der Reitgerten, NS-Uniformen und die Vergangenheit eine zweifelhafte, da selbstverständliche Rolle spielten.
Robert Prosser trug eine kaukasische Trinkrede auf die Frauen vor, erneut ohne Mikro über ein zufällig auf Youtube gefundenes Video (nämlich The Ghost of Stephen Foster, by Squirrel Nut Zippers) und las, als Ausgleich zum heraufbeschworenen Suff, weiters die Geschichte eines schwedisch-indischen Gurus vor, deren Klimax in einer Toiletten-Weisheit endete, die wiederum ein Zitat aus Mike Myers sehenswerten Film My Guru war – Weisheiten und Schweinerein aus den Randzonen der weiten Welt also.

Martin Fritz brachte einen Text, der inhaltlich seine Liebe zum Bridge kundtat, gegen Ende hin Joyce`s Finnegan kein Totengedenken, sondern einen Pokerabend widmete, lautmalerisch fantasierend die Haselmaus fütterte (was nun allerdings ein wenig eklig war) und alphabetsonaniernd neuartige Wortkreationen textete, um von einem schweißtreibend spannenden Kartenspiel zu berichten.
Wenn es den Berichterstatter nicht täuscht, las daraufhin Stefan Abermann von der nicht existenten Bedeutung des Brautstraußfanges für zukünftige Vermählungen, und dass es vor allem darauf ankommt, sich des Gumprechtsdorfer als Trauzeugen zu versichern, gesichert ist, dass sowohl Abermann als auch Fritz als weiteren Höhepunkt dieses Abends einen außerordentlichen Freestyle boten: Einer hatten für den andren eine Powepoint-Präsentation vorbereitet, die aus dem Stehgreif kommentiert werden musste. Abermann legte eine erstaunliche Performanz a la Günther Plattner hin, wusste mitreißend übers Wissensmanagment zu polemisieren, während Fritz wie frisch aus der Schwarzwaldklinik und Sascha Hehn nicht unähnlich die richtige Behandlung des Darms bewarb: So oder so, es waren Sternminuten, die eine neue Gattung im Wildareal der Lesebühnen begründeten.

die übliche verbeugung

Ansonsten kann die Erinnerung nicht trügen, ein enthusiastisches Publikum rannte uns die Bude ein, stand vor Begeisterung bis auf die Straße raus, sodass niemand mehr zu sagen wusste, wo Text ohne Reiter aufhörte und die Youth Olympic Games begannen, es bleibt also nur noch, auf folgendes hinzuweisen:
Nächste T.o.R.-Show: am 09. Feber 2012, um 20 Uhr im Moustache, mit Max Höfler, dem aus Graz angereisten Impulsgeber österreichischer Avantgardeliteratur!

T.o.R. am DO 12.1. mit Christoph Simon

christoph simon, foto Adrian Moser

Man kennt das ja: Punschkrapfen, Feuerwerk, Rettungschirm und Weltuntergang, kurz gesagt: Alles ist im Umbruch, aber auf ein paar Konstanten kann man sich auch zum Jahreswechsel verlassen und so steht uns mit der selben Unerbitterlichkeit wie die Vier-Chancen-Tournee und der Spruch “Dick wird man nicht zwischen Weihnachten und Sylvester, sondern zwischen Sylvester und Weihnachten” auch wieder eine Auflage von Text ohne Reiter bevor, der einzigen Sache neben Zweisamkeit und hochheiligem Paar, die traut ist, oder wie manche auch sagen: der anspruchsvoll-unterhaltsamen Lesebühne.

Das alles hilft aber nichts, wenn niemand weiß, wann und wo der ganze Wahnsinn im jungen Jahr 2012 denn losgehen soll, drum schreiben wir dies ja ins Internet hinein: Am Donnersduck, den 12.01.12 Klock 20:00 Uhr geht im Moustache wieder alles von vorne los und zu unserer großen Freude haben wir es endlich geschafft Christoph Simon aus dem schönen Bern als Gastleser begrüßen zu dürfen zu können habenseinwerden. Ebendieser bringt uns hoffentlich Viel Gutes zum kleinen Preis mit und wer ihn nicht kennt (persönlich oder beruflich) kann sich autobiographische Daten und Werkliste mittels Verklicken des Hyperlinks auf seinem Namen oben reinpfeifen, wie man heutzutage so schön sagt. Es gibt eben doch für alle Probleme Rat.

Apropos Rat, die T.o.R.en höchstselbst, als da sind Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser werden ebenfalls aus der allgemeinen Glühsekt-, Kaufrausch- und Vanillekipferltränke entsteigen und Texte vortragen, die in allen Lebenslagen Rat, Trost und Kurzweile bringen, das Open Mic steht für 2×5 Minuten allen Textvortragswilligen aus dem Publikum offen, denen nicht davon abgeraten wurde euch allen sei zu zahlreichem und pünktlichen Erscheinen geraten, denn letzteres gebietet ja schon allein die Höflichkeit.

Harte Fakten für Harte Zeiten:
DO 12.01.2012 20:00 Uhr im Moustache: T.o.R. mit Christoph Simon

christoph simon macht auch am tischfussballtisch gute figur

Die kommenden Aufstände des Frühjahrs

Das Frühjahr freut nicht nur unsere FreundInnen von der gefiederten Zunft, sondern auch sonst alle, die trotz der schlechten Jahreszeit noch halbwegs bei Sinnen sind, deshalb feiern wir von Text ohne Reiter, der frühlingsbegeistertsten Lesebühne, den Beginn der guten Jahreszeit mit ganz besonders guten und schönen Gästen und einem ganz besonders schönen und guten Flyer. Aber seht und lest doch selbst:

t.o.r. flyer fruehjahr 2012, T.o.R.-Logo (c) Pascal-Anne Lavallée Layout (c) Carmen Sulzenbacher

* DO 12.01.12 mit Christoph Simon (Bern)
* DO 09.02.12 mit Max Höfler (Graz)
* DO 08.03.12 mit Marc Carnal (Wien)

Unser Dank gilt wieder einmal Carmen Sulzenbacher fürs Layout des Flyers trotz engster Zeitfenster und das T.o.R.-Logo hat noch immer Pascal-Anne Lavallée entworfen.

Die ganzen Details kommen dann noch zeitnah auf allen magischen Kanälen auf euch zu und ihr hoffentlich zu diesen schönen, guten und wahren Anlässen alle ins Moustache.