Wrestling im Confettiwirbel: Das war T.o.R. am 8. Mai 2014

Stefan Abermann, unser Obmann und Maskottchen in Personalunion, weilte zwar als Lesebühnen-Botschafter-der-Herzen beim Songcontest in Kopenhagen, aber auch die solcherart reduzierte T.o.R.-Belegschaft ließ nichts anbrennen, sondern servierte, wäre die Lesebühne Kellner und Essgericht in einem, dem Publikum Almhüttenkost samt Masalatornado. Irgendwie war ein Funkeln und Flimmern in der Atmosphäre des Moustache’s auszumachen, als hätte man Conchitas Triumph bereits vorausahnen können, munkelte man später zwischen Höttinger Hallenbad und DEZ, imaginäres Confetti, welches vor allem unserem Gast Christoph W. Bauer zu verdanken war, der aus seinem höchst zu empfehlenden, aktuellen Band In einer Bar unter dem Meer las und das Publikum, in der gekonnten Manier eines mit allen Wassers gewaschenen Erzählers, in konzentriertes Lauschen wog, wie in einer Taucherglocke absinkend zu den unergründlichen Tiefen dieser vielschichtigen Geschichten.

Eigentlich sind wir ja ein Ableger der WWF, also nicht des Clubs mit dem Panda im Logo, sondern jenes der sich in Ringen wrestelnden Menschen, abgekämpfte, heimlich weise Entertainer wie The Ultimate Warrior, Sunnyboys wie Owen Hart anno dazumal, und in dieser aberwitzigen Show aus Archaik und Clownerie glänzten ferner die Berichte einer Schul-Schreibwerkstatt zum Thema „Im Bett mit Stefan Abermann“, geleitet von Martin Fritz, der in der Langeweile die Philosophie entdeckt und den Frühling mit ganz, ganz vielen Vogelen (by Markus „The Nuclear Nighthawk„ Koschuh), bosnischen Deserteursgeschichten samt Auszug einer Erzählung über Hitlers Vorkosterinnen auf der Wolfsschanze, ein Knicks vor Stauffenbergs sich bald jährenden Attentatsversuch (by Robert „The Swinging Shaman“ Prosser), sowie TopTen-Listen, u.a. der Radieschenprinzessinnen von Hall i. T., und ein Theaterstückauszug, der mit Defiktionalisierungsamt und der Abwesenheit des perfekten Scheins hinter den Kulissen aufwartete (by Martin „The hotblooded Hustler“ Fritz).

Es war ein Abend aus Jubel, Trubel, Promiskuität, wir bedanken uns bei den beiden Open mics Philmarie, der das Wetten Dass-Ende mit der Lektüre von de Sade, eines französischen Pornoautors, kurzschloss und anhand des Scheidensekrets ihm unbekannte Frauen erraten wollte, sowie Hans-Peter, der mitreißend Tatsachen nannte, die ihn aufregen, das Sterben der Bienen etwa oder der Umstand, das Disney den 7. Teil von Star Wars produziert.

Es war großartig, aber dies zu toppen wird unsere ernstgemeintes Vorhaben sein, ein letztes Mal vor der Sommerpause am Donnerstag, den 12. Juni 2014 um 20 Uhr im Moustache, mit Rene Sydow.

Article Global Facebook Twitter Myspace Friendfeed Technorati del.icio.us Digg Google StumbleUpon Eli Pets

Hinterlasse eine Antwort