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Wrestling im Confettiwirbel: Das war T.o.R. am 8. Mai 2014

Stefan Abermann, unser Obmann und Maskottchen in Personalunion, weilte zwar als Lesebühnen-Botschafter-der-Herzen beim Songcontest in Kopenhagen, aber auch die solcherart reduzierte T.o.R.-Belegschaft ließ nichts anbrennen, sondern servierte, wäre die Lesebühne Kellner und Essgericht in einem, dem Publikum Almhüttenkost samt Masalatornado. Irgendwie war ein Funkeln und Flimmern in der Atmosphäre des Moustache’s auszumachen, als hätte man Conchitas Triumph bereits vorausahnen können, munkelte man später zwischen Höttinger Hallenbad und DEZ, imaginäres Confetti, welches vor allem unserem Gast Christoph W. Bauer zu verdanken war, der aus seinem höchst zu empfehlenden, aktuellen Band In einer Bar unter dem Meer las und das Publikum, in der gekonnten Manier eines mit allen Wassers gewaschenen Erzählers, in konzentriertes Lauschen wog, wie in einer Taucherglocke absinkend zu den unergründlichen Tiefen dieser vielschichtigen Geschichten.

Eigentlich sind wir ja ein Ableger der WWF, also nicht des Clubs mit dem Panda im Logo, sondern jenes der sich in Ringen wrestelnden Menschen, abgekämpfte, heimlich weise Entertainer wie The Ultimate Warrior, Sunnyboys wie Owen Hart anno dazumal, und in dieser aberwitzigen Show aus Archaik und Clownerie glänzten ferner die Berichte einer Schul-Schreibwerkstatt zum Thema „Im Bett mit Stefan Abermann“, geleitet von Martin Fritz, der in der Langeweile die Philosophie entdeckt und den Frühling mit ganz, ganz vielen Vogelen (by Markus „The Nuclear Nighthawk„ Koschuh), bosnischen Deserteursgeschichten samt Auszug einer Erzählung über Hitlers Vorkosterinnen auf der Wolfsschanze, ein Knicks vor Stauffenbergs sich bald jährenden Attentatsversuch (by Robert „The Swinging Shaman“ Prosser), sowie TopTen-Listen, u.a. der Radieschenprinzessinnen von Hall i. T., und ein Theaterstückauszug, der mit Defiktionalisierungsamt und der Abwesenheit des perfekten Scheins hinter den Kulissen aufwartete (by Martin „The hotblooded Hustler“ Fritz).

Es war ein Abend aus Jubel, Trubel, Promiskuität, wir bedanken uns bei den beiden Open mics Philmarie, der das Wetten Dass-Ende mit der Lektüre von de Sade, eines französischen Pornoautors, kurzschloss und anhand des Scheidensekrets ihm unbekannte Frauen erraten wollte, sowie Hans-Peter, der mitreißend Tatsachen nannte, die ihn aufregen, das Sterben der Bienen etwa oder der Umstand, das Disney den 7. Teil von Star Wars produziert.

Es war großartig, aber dies zu toppen wird unsere ernstgemeintes Vorhaben sein, ein letztes Mal vor der Sommerpause am Donnerstag, den 12. Juni 2014 um 20 Uhr im Moustache, mit Rene Sydow.

T.o.R. im Mai mit Christoph W. Bauer

Christoph W. Bauer, Foto (c) Florian Schneider

In Berlin heißen die Bars ja z.B. “An einem Sonntag im August” und sagen kann eins das auch im April, sogar wenn es um den Mai gehen soll. Denn so groß sind die Unterschiede im Inneren von Bars nicht, wie niemand besser weiß als die Forschungsgruppe fiktionale und fiktive Barnamen oder wie andere auch sagen: Text ohne Reiter, die Innsbrucker Lesebühne.

Wenn wir privat eine Bar betreten, verläuft das Gespräch eher wie in einem Kaurismäki-Film, aber das machen wir natürlich alles nur für Euch: Wir sparen uns die Eloquenz, Spritzigkeit und Schärfe der Gedanken und Pointen auf für die Bühne. Und zwar für die Bühne unserer Lieblingsbar, der des Moustache, wo die Teilzeit-Stammgäste und Vollzeit-T.o.R.-Stammautoren Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser am 8. Mai 2014 um 20:00 Uhr wieder einiges zu berichten haben werden von den düstersten Pinten und hellsten Höhen, die sie wie immer nur auf der Suche nach lesebühnentauglichen Geschichten aufgesucht haben werden.

Einiges über Bars zu sagen hat gewiss auch unser Mai-Gast Christoph W. Bauer, den in Innsbruck vorzustellen so nötig wie ein Becks Gold ist. Neben seiner neuesten Veröffentlichung In einer Bar unter dem Meer prädestiniert den eigentlich ja transoeniuvalen (umso mehr freut es uns, ihn über den Inn zu locken) Dichter nicht zuletzt für uns, dass er einen seiner früheren Lyrikbände präsentierte, indem er so lange jeden Abend in einem anderen Bögenlokal las, bis die Bögen zu Ende waren (es könnte Supersonic ebenso gewesen sein wie Die Mobilität des Wassers sollte man mieten können – wir waren dabei, können uns also an nichts erinnern). Wer dazu physisch und psychisch in der Lage ist, ist mittendrin in unserer Liebe.

Darin befindet sich ebenso das Open Mic, das die Möglichkeit für 2×5 Minuten für Textvortragswillige aus dem Publikum eröffnet sowie wie unsere pünktliche Beginnzeit. Es wird Moloko fließen wie in der Korova Milk Bar, und Blut wie in The Bronze und im Fangtasia gemeinsam!

Kurze:
Do 08.05. 20:00h Moustache: T.o.R. mit Christoph W. Bauer (Innsbruck)
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Jungbäuerliches Fensterln, pollenballernde Eskapaden: Das war T.o.R im April 2014

Jene Kunst, in welcher sich jahreszeitbedingt der Innsbrucker Hof- wie auch der Münchner Englische Garten so eifrig üben, nämlich pollenballernd, blütensprießend die Wochen der Hochzeiten, Maibäume und Feuerwehrfeste anzukündigen, diese hohe Kunst hormonellen Überschwanges und gepflegter Badassery beherrscht Text ohne Reiter schon lange, wie der April-Ausritt gekonnt zu bestätigen wusste.

Denkt man sich das Moustache als Gewächshaus, stachen folgende floristische Schönheiten leuchtend hervor, bzw. bildeten ein Bouquet, dem Publikum zugeworfen, welches aus Freude ob der Blütenpracht ganz aus dem Häuschen Applaus spendete und Tumult, als wäre das Moustache weniger Gewächshaus als vielmehr Bienenkorb:

Für Menschen auf Rädern war Kärnten ein tödliches Areal, das musste auch schon Jörg Haider erfahren, und apropos Kärnten: der Villacher Fasching war wie Sadomaso, nur in bunten Kostümen, die Einheimischen hatten sich immerhin die Fähigkeit bewahrt, den Umständen zum Trotz zu lachen, und ihr Ausruf “Leilei” glich dem Brunftschrei der Apokalypse. (Stefan Abermann)

Einblicke in die Justizvollzugsanstalt Stein in der Wachau zeigten die Auswirkungen von Frühling und Obstblüte auf den Gefühlshaushalt der Insassen, die gerne das gehabt hätten, wovon ein kleiner Alien für ein Lifestyle- Magazin seines Heimatplaneten unter aktiver Teilnahem und Beobachtung schrieb, nämlich Kontakt zwischen Frau und Mann, um nicht der Fortpflanzung sondern dem Spass zu frönen. (Robert Prosser)

Nach dem Besuch einer Schenke, wenn man nicht mehr wusste, ob man Mensch oder blaues Tier wäre, offenbarte eine Trakl-Neudichtung über Resedenduft, was 13 schwarze Lilien früher zu bedeuten hatten: Man hat noch nicht zurückgerufen, weil der Handy-Akku leer war. Ein Fauxpas, der dem Reporter des Spiegels im Zuge des Interviews mit dem Gewinner des Quiz-Duells nicht unterlief, eines App-Nutzers mit Nom de Guerre SexyBabe 95. (Martin Fritz)

Heinz Strache fiel in Innsbruck vom Rad, im Versuch, sich wegen der ganzen Links-Linken als Grüner zu tarnen, forderte er Freiheit für Neger und Heimatliebe statt Fahrradschiebe, bis Fritz S., der seinen Penis gerne rechts trug, den Schirm in die Speichen des vermeintlich grünen Machos HCS steckte, welcher aufgrund des Sturzes einen Gedächtnisverlust erlitt und glaubte, er wäre Herr Grünbaum, Retter von Wäldern und Suppenspender rumänischer Straßenkinder. (Markus Koschuh)

Dieses Arrangement unsererseits konnte natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass wahrer Dschungelzampano und liebliche Frühlingsprinzessin in einem unser Gast Alex Burkhard war, auf welchen das Publikum reagierte wie Schwerstallergiker auf Pollenflug, allerdings im verkehrten, sprich äußerst positiven Sinne.

Die Münchner Lesebühnenkoryphäe las unter anderem aus „...und was kann man damit später mal machen?“, ein Bus machte einen Bogen, sagte die Dame, sagte die andere Dame und der Frisör fragte: Das Haar wie immer? und brach in schallendes Gelächter aus, die Haarinfanterie flüchtete wie die französische Truppe nach dem Brand von Moskau, der Tag der offenen Tür am Institut für Skandinavistik führte zur Erklärung, ob und wenn ja welches Wikinger-Zeugs man da so treibe, aber nicht nur das, man schaute Breaking Bad und entschloß sich, Cliffhanger in den Alltag einzubauen und als Zugabe folgte die These, dass das Imaginieren der Epiphanie Ekonoklasmus sei…. schier endlos ließen sich die Sprache gewordenen Löwenzahnsamen fortführen, die Alex Burkhard dem Moustache um die Ohren bließ und die Herzen der Zuseher_Innen dabei leichthändig pflückte wie ein Jungbauer Maiglöckchen, wenn er sich unterwegs zum Fensterln entschließt, der Liebsten ein paar Blumen mitzubringen.

Selbstverständlich wurde wieder gesungen, und zwar, als würden wir einem geheimen Drehbuch folgen und am Gesamtkunstwerk basteln, passend zu Frühlingsbeginn und Osterferien Schön ist es auf der Welt zu sein.

Wir bedanken uns bei den Open mics Iris, die mit Alliterationen a la “Föhn facht vor fest verschlossenen Fenstern” Blicke auf sich zog, und Niko-Lina, deren Gedichte Vogelmädchen zum Inhalt hatten, die unter Millionen Menschen unsichtbare Flügel tragen.

Es war großartiger Abend, soviel steht rekapitulierend fest, und bald gibt es die Möglichkeit, dieses Fest der Performanz zu wiederholen oder sogar zu übertreffen, wer weiß:

8. Mai 2014, Text ohne Reiter im Moustache, 20 Uhr, mit Christoph W. Bauer.

These Ten Stunning Facts Totally Made My Day, You Won’t Believe What Happens At #4, oder: T.o.R. im April mit Alex Burkhard

Alex Burkhard

1. Auch den April, den alten Launing-Monat, nützt das viralste Clickbait, oder wie andere auch sagen: Text ohne Reiter, die Innsbrucker Lesebühne, für einen Auftritt.

2. Zu diesem Zweck werden sich die privaten User Generated Content-Generatoren und hauptberuflichen T.o.R.-Stammautoren mit den Namen Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser am Donnerstag, den 14. April 2014 um 20:00 Uhr wieder in ihr geliebtes Moustache verfügen, und zwar pünktlich.

3. Damit aber noch lange nicht genug: Alex Burkhard aus dem schönen Isarflorenz, wie München ja auch genannt wird, wird uns dabei zur Seite stehen und beweisen, dass seine Texte und Performanz maßgeblich beteiligt waren an der natürlich trotzdem unglücklichen Niederlage des Team Innsbruck gegen München in der Disziplin Poetry Slam. Und lesebühnentauglich sind sie sowieso auch, wovon sich beim Betrachten dieser Videos selbst überzeugt werden kann.

4. Feenhaft wird das also werden, wenn wir alte Affen in den Himmel gehen. Denn if man is

5. and the devil is

6. then god is

7. Und nichts anderes wünschen sich Anrufer_innen bei Musikwunschsendungen im Radio, also wird es für eine Lesebühne auch nicht ganz falsch sein.

8. Sofern wir unseren Geist nicht verlieren, behalten wir auch die Open Mic-Möglichkeit für 2×5 Minuten für Textvortragswillige aus dem Publikum sowie die pünktliche Beginnzeit ein. Behaltet den Kopf am Boden und die Füße in der Luft und schwimmt weit draußen im Wasser in Strömen uns zu.

9. Alle April-Facts noch einmal zusammengefasst. Wow!:
Do 10.04. 20:00h Moustache: T.o.R. mit Alex Burkhard (München)

10. Was ist ihre Meinung dazu? Diskutieren sie mit auf Facebook.

T.o.R. im März mit Katja Hofmann

Katja Hofmann

Jetzt sind wir zumindest was die Jahreszeit betrifft aus dem Schlimmsten auch schon wieder raus und können uns Angenehmeren zuwenden wie etwa Scherzanrufen in Halle an der Saale, in denen wir, die praktischsten Joker der Ferngespräche oder wie andere auch sagen Text ohne Reiter, die Innsbrucker Lesebühne, sagen, dass wir nun, wo die Temperaturen Tennis auch im Freien wieder zulassen, die Halle nicht mehr benötigen.

Oder aber wir lassen das bleiben und die Freizeitprankster und hauptberuflichen T.o.R.-Stammautoren namens Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser kommen am 13. März 2014 um 20:00 Uhr wieder ins Moustache um dem Frühling ein Liedchen zu singen, natürlich nicht ohne Unterstützung durch die Lesegästin der Iden des März, Katja Hofmann, die uns für dünne Witzchen über ihre Heimatstadt hoffentlich nicht hasst.

Nichts ändert sich des Weiteren an der Open Mic-Möglichkeit für 2×5 Minuten für Textvortragswillige aus dem Publikum sowie der pünktlichen Beginnzeit. Genießt mit uns den Frühling, es wird sowieso wie stets hinterher wieder so schnell vorbei gewesen sein.

März-Memento:
Do 13.03. 20:00h Moustache: T.o.R. mit Katja Hofmann (Halle)
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T.o.R. im Feber mit Klaus Lederwasch

Klaus Lederwasch

Viele brauchen äußere Anlässe wie fünfte Jahreszeiten, alle vier Jahre stattfindende Spiele oder 100-Jahres-Jubiläen um sich in seltsamen Gewandungen merkwürdigen Tätigkeiten zu widmen, die sie im Alltag unterlassen, nicht so aber die anlassunbezogensten Energieferialpraktikanten des Jahrhunderts, oder wie andere auch sagen: Text ohne Reiter, der Innsbrucker Lesebühne. Und so wird es nicht ausbleiben, dass die Freizeitchronisten und hauptberuflichen T.o.R.-Stammautoren namens Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser am 13. Februar 2014 um 20:00 Uhr wieder im Moustache zu fröhlichen Gegenprogramm zu Übeln wie Villach, Sotchi und Weltkrieg zu bitten.

Fünfter Energielieferant des Abends wird Gastleser Die Klaus Lederwasch aus der Steiermark sein, dessen bühnenliterarisches Können nicht nur im Sieg beim Ö-Slam 2012 seinen Niederschlag fand, sondern auch in Aufträgen als Storywriter für Disney-Filme.

Im dritten Absatz sei noch darauf hingewiesen, dass die Open Mic-Möglichkeit für 2×5 Minuten für Textvortragswillige aus dem Publikum sowie die wie immer gleich pünktliche Beginnzeit sich ebenso wiederholen wie die Feststellung, dass es hinterher gewiss so schön gewesen sein wird, dass wer nicht dabei war, es jetzt schon bereuren sollte.

flotte Fakten Feber:
Do 13.02. 20:00h Moustache: T.o.R. mit Klaus Lederwasch (Graz)
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Palindromatische Hasselhoffoden: Das war T.o.R. im Jänner 2014

die karin

Die Liebe ist Sieger; stets rege ist sie bei Leid – so ließe sich die vergangene Show in einem Leitsatz einfangen, da es dem jüngsten Höhepunkt unseres Bühnenlebens weder vor großem Gefühl noch vor kluger Gesellschaftskritik die Sprache verschlug. Der Start ins Jahr 2014 war Performanz gewordener Furor und einer jener glücklichen Momente, die ein Künstlerdasein so kostbar machen, begeisterte dieser Abend Mitte Januar doch Publikum und Vortragende gleichermaßen. Zwar weiß Text ohne Reiter zu jeder Tages- wie Jahreszeit zu überzeugen und nimmt in dieser Eigenart die Charaktereigenschaften eines Palindroms an, welches sich weniger an ein bestimmtes Zeichensystem hält und von vorn nach hinten sowie retour lesbar wäre, als es vielmehr durch Raum und Zeit reicht und da wie dort immer gut ist, der Jänner-Ausritt aber wird uns nachdrücklich im Gedächtnis bleiben.

Diese Unvergesslichkeit ist insbesondere unserer Gästin zuzuschreiben: die Karin (bzw. grammatikalisch richtig, als Künstlernamen jedoch nur mäßig geeignet: der Karin), die für den heimischen Slam das ist, was die Voest für Linz symbolisiert: ein Kraftfeld surrender Grazie und dampfender Wut. Sie, also Karin, bot ein Feuerwerk an Idee und Themenvielfalt, sodass man regelrecht zu spüren glaubte, wie das vergangene Silvester im Nachhinein neidisch erblasste. Erstmals in unserer nicht nicht langen Geschichte wurde ein Text vorgetragen, der auf den Namen der Lokalität Bezug nahm, in „Ich oder mein Schnurrbart oder: Moustache“ sinnerte die Karin über ein Wort, das man sich auf der Oberlippe zergehen lassen kann und dessen Besitz einer Frau echte, wahre Emanzipation ermöglichen würde. Vom Pornobalken ging es weiter zum Anthropologie-Studium und den damit verbundenen mangelhaften Anerkennung vonseiten der Mitmenschen. Darin enthalten war (zumindest aus der Sicht des Nachberichtschreibers, der selbst ein Studium der Kultur- und Sozialanthroplogie mit Genuß absolviert hat) der Witz des Abends, den nachzuerzählen wenig Sinn macht, weil die nötigen Hinweise auf Margaret Mead u.ä. den Rahmen dieser kurzen Zusammenfassung sprengen würden, es ging auf jeden Fall um die in Hinblick auf die verwandtschaftlich Lineage korrekte Antwort auf einen Verbalangriff a la Deine Mutter.
Weiters wurde radgefahren, mit der leisen Hoffnung, wie im Film “Mädchen, Mädchen” durch Orgasmen belohnt zu werden, und sich mit der Touristen-Plage rumgeschlagen, deren erfolgreiche Abwehr in einer Aussage kulminierte, die auf Tshirts zu drucken sich anbietet: Wir sprechen Deutsch, Österreichisch und Dialekt, Oida! Und wenn es jemand nicht versteht, dann reden wir halt langsam.
Das Publikum war hin und weg und wir erst recht, tief verbeugten wir uns vor der Karin (die Karin), und stolperten im Versuch, mit Prinzessinenknicksen und Kratzfüßchen unserer Bewunderung Ausdruck zu verleihen, tolpatschig durch die Gegend.

t.o.r.-chor

Damit nicht genug wusste die Jänner-Auflage unseres Spektakels mit Themen aufzuwarten, die sich in zwei Schwerpunkte zu bündeln bequemen:

Leibliche Ausschweifung: Stefan Abermann las von einem Körper von Gewicht, der Hosen schrumpfen und neue Muskeln wachsen lässt und sich, ähnlich dem Universum, immer weiter ausbreitet, bis der einzige Gesprächsraum, der bleibt, nur mehr eine Frage erlaubt: isst du das noch?
Passenderweise wusste Markus Koschuh ein Rezept aus Mein Mampf einzustreuen, nämlich Hühnchen braun. Martin Fritz trug eine Fake Amazon-Review zum Erotischen Landmaschinenkalender 2014 vor, welcher vom Rezensenten ob des eklatant ausgestellten Sex-Appeals nur einen Stern verliehen bekam.
Robert Prosser brachte ein Märchen von einem Frosch, der reihenweise Frauen unglücklich macht. Eingeleitet wurde diese gleichsam als Fake-Amazon-Review getarnte Neudeutung märchenhaften Materiales mit Live-Karaoke zu Du von David Hasselhoff. Ganz großes Kino. Man kann es nicht oft genug betonen: nichts macht so glücklich, als wie laut und ohne Rücksicht auf gesellschaftlichen Status zu singen. Und ja, wenn Hasselhoff seine Pisse trinkt, riecht sein Spargel komisch.

Linguistische Extravaganza: Stefan Abermann entlockte dem Google Translator Phrasen, die zwischen grenzgenial und Bundy changierten: Vielleicht bin ich in meinem Kopf. Dieser Mann ist nicht ihre Macker. Du bist ein gutes Mädchen. Markus „sind wir mal froh, dass der Nachberichtschreiber die Notizen vom Dezember verloren hat und nicht den leisesten Verdacht hegt, dass da jemand einen bereits im Monat zuvor dargebrachten Text vortrug“ Koschuh blickte in die Zukunft, in welcher Prosser den Abermann Hund erschossen hat und gab von sich preis, ein zutiefst kindliches Kind gewesen zu sein, das gerne Nudelbrot aß (oder war es doch Nutellabrot?) Martin Fritz bot ein Worst-of-Vier-Schanzen-Tournee, indem er Originalzitate von Morgenstern Amann Diethart gekonnt montierte. Und Robert Prosser las einen textlichen Bastard, der alles beinhaltete, was mit synthetischen Drogen, Graffiti und Only Lovers Left Alive zu tun hat.

Dankenswerterweise wurde das Open Mic in beiden Hälften genützt, einmal von Franz Xaver Franz, der einen Text über Silvester stoned as hell vorbrachte, und ein anders Mal von Philmarie, der über die grassierende Wassermelonenwirtschaft gewichtiges zu sagen wusste.

die übliche verbeugung

Es bleibt somit nur darauf hinzuweisen, dass bald Fasching ist und es keine bessere Gelegenheit gibt, sich darauf einzustimmen, als am 13. Februar 2014 um 20 Uhr ins Moustache zu wuseln, zum nächsten, karnevalesken Text ohne Reiter Reigen mit Klaus Lederwasch.

In diesem Sinne:
Too far, Edna, we wander afoot.

T.o.R. im Jänner mit Die Karin

Vieles ist unsicher, aber eines gewiss: Nothing changes on new year’s day. Und das kommt der konstantesten Invarianz, oder wie andere auch sagen: Text ohne Reiter, der Innsbrucker Lesebühne sehr entgegen, denn wenn die eins verinnerlicht hat, dann dieses: dass abwechslung immer das gleiche ist wie wiederholung / denn zu jedem zeitpunkt wäre beides ja als nächstes möglich.

Wir fassen also keine neuen Vorsätze, die dann doch keiner Evaluation stand halten, sondern bleiben einfach bei unseren altbekannten Stärken und wiederholen das Erscheinen der standfesten Kontinuitätsgaranten und hauptberuflichen T.o.R.-Stammautoren mit den auch im neuen Jahr gleich gebliebenen Namen Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser im beharrlichen Moustache und zwar am 9. Januar 2014 um 20:00 Uhr.

Beibehalten wird auch die stete Tradition der Herren Stammautoren, sich dabei von einer Gastleserin an Grazie, Vortragskunst und Eloquenz übertreffen zu lassen, und diese Aufgabe wird dieses Mal Die Karin souverän erledigen, hat sie doch beim als “Debakel von Linz” in die Geschichte eingegangenen Städtebattle ihr Scherflein für ihre Heimatstadt beigetragen und auch ansonsten ist die bekennende Palindromliebhaberin ein Fixstern der Bühnenliteraturszene.

Beständig bleibt naturgemäß auch die Open Mic-Möglichkeit für 2×5 Minuten für Textvortragswillige aus dem Publikum sowie die wie immer gleich pünktliche Beginnzeit. So viel Persistenz ist in Zeiten, in denen angeblich die einzige Konstante ist, dass sich alles immer ändert, natürlich nicht gut angesehen, aber es wird schon auch für etwas gut gewesen sein, darum walk this lonely road with us, and we’ll walk with you.

Januar-Jahresanfangs-Fakten:
Do 09.01. 20:00h Moustache: T.o.R. mit Die Karin (Wien)
Und zum Facebook-Event geht es hier entlang.

Der T.o.R.-Flyer für Winter und Frühjahr 2014

Das Springerle unter den Vanillekipferln oder wie andere auch sagen: Text ohne Reiter, die Innsbrucker Lesebühne, wünscht euch lieben Fans der Widersprüche, der Vagheit und der Differenz naturgemäß die von Herzen kommendsten Season’s Greetings, die sich eins nur denken kann, nicht jedoch ohne vorher mit Stolz und Besinnlichkeit auf unsere kommenden Termine hinzuweisen:

T.o.R.-Flyer für Winter und Frühjahr 2014 (T.o.R.-Logo (c) Pascal-Anne Lavallée Layout (c) Carmen Sulzenbacher)

* DO 09.01.14 mit Die Karin (Linz)
* DO 13.02.14 mit Klaus Lederwasch (Graz)
* DO 13.03.14 mit Katja Hofmann (Halle)

Wie stets gilt unser Dank Carmen Sulzenbacher für die perfekte Umsetzung unserer Antlitze in Hundegestalt, alles weiteren Detailinformationen werden euch zeitgemäß erreichen, wir sehen uns dann 2014 im Moustache. Friede den Plätzchen!